Meilenstein: Was bietet Shopware 6?

Shopware
Manuela Mörmel

Shopware 6 steht als Early Access zum Download bereit. Warum sind die neuen Features ein Meilenstein von Shopware? Was bietet die neue Version für Onlinehändler? Warum lässt sich Shopware 6 mit unserem eCommerce Stack einfacher und performanter hosten?

Shopware 6 mit maxclusters eCommerce Stack hosten

Als Shopware Enterprise Partner decken wir alle Anforderungen an ein Hosting der neuen Version Shopware 6 ab. Darüber hinaus sind in unserem eCommerce Stack viele Tools und Webdienste vorkonfiguriert und lassen sich in unserem Interface aktivieren. Dazu zählen auch Profiling Werkzeuge wie Blackfire, Tideways und New Relic, mit welchen sich schnell und einfach Flaschenhälse im Shop auffinden lassen. Aber auch Serverdienste wie Redis, zur Beschleunigung des Checkouts, oder Elasticsearch, zur Beschleunigung der Suchfunktion, sind ohne Zusatzkosten sofort verfügbar.

Auch Node.js 8.10.0 oder höher sowie NPM 6.5.0 oder höher steht ebenfalls für unsere Kunden bereit. Mit Apache 2.4 stellen wir die Mindestvoraussetzungen bereit, allerdings kann man auch auf NGINX wechseln, sollte der Apache Webserver für individuelle Konfigurationen nicht mehr ausreichen.

Erfahren Sie mehr über den eCommerce Stack in unserem Blogbeitrag.

Warum ist Shopware 6 so interessant?

Shopware 6 wurde entworfen, um mehr zu sein als ein Shopsystem. Die Entwicklung zielte darauf ab, ein eCommerce-System zu erschaffen, dass den zukünftigen Anforderungen im Onlinehandel gerecht werden kann.

Die neue Administration und Storefront

Die neue Administration ist clean und aufgeräumt, Quelle: shopware.com, 2019

Die neue Administration ist clean und aufgeräumt, Quelle: shopware.com, 2019

Die neue Administration ist eine Single-Page-Applikation. Sie bringt für Shopbetreiber, Webdesigner und Entwickler viele Vorteile mit sich. So zum Beispiel die Geschwindigkeit aufgrund des schnellen Storefront. Die Shopware 6 Storefront-Site eine Web-UI, mit welcher sich die Kundensicht und der Sales Channel steuern lassen. Sie ist eine PHP-Anwendung mit HTML-Rendering und basiert auf dem Framework Bootstrap und der Template-Engine Twig.

Die neue Administration funktioniert auf allen Endgeräten und nutzt standardisierte Technologien, wodurch die Arbeit der Entwickler vereinfacht wird. Zudem lassen sich eigene Themes erstellen.

API-First

Bei der Entwicklung wurde der Fokus auf API-First gelegt. Die neue API-Struktur teilt sich nun in drei getrennte API: Core-API (Administration), Frontend-API (Sales Channel) und Sync-API (Integrationen wie ERP, PIM, CMS). Alle Bereiche lassen sich einzeln über die API bedienen. Auf diese Weise erhalten Drittanbieter die Möglichkeit auf Prozesse von Shopware zuzugreifen und diese zu automatisieren. Insbesondere der Bereich Verkaufskanäle wird dadurch möglich und es lassen sich auch andere Verkaufskanäle anbinden. Zukünftig lassen sich mit dem API-First-Ansatz auch Möglichkeiten in Bezug auf Voice-Commerce und Internet-of-things (ioT) realisieren.

Plugin Manager

Mit der Basis-Plugin-Datei lassen sich verschiedene Methoden umsetzen, um das Verhalten der Plugins während der Installation oder Deinstallation festzulegen. Über die Service.xml-Datei lassen sich neue Services erstellen oder bestehende Services erweitern.

Verkaufskanäle

Mit Shopware 6 lassen sich alle Verkaufskanäle zentral steuern. Durch den API-First-Ansatz lassen sich sowohl Social Media Plattformen wie Instagram, als auch Marktplätze wie Ebay oder Amazon und natürlich auch der klassische Onlineshop anbinden.

Rule Builder

Der Rule Builder ermöglicht es, jeden Verkaufskanal individuell zu bearbeiten. Zudem lassen sich damit auch die Kundensegmente individualisieren und die Kunden präziser ansprechen. Das fördert letztendlich die Kundenbindung. Anders als bei Shopware 5 lassen sich mit Shopware 6 komplexe, geschachtelte Regeln erstellen, um den Kunden gezielter anzusprechen und dynamische Gruppen zu erstellen. Das macht es einfacher, diesen Gruppen spezielle Attribute zuzuordnen, wie etwa Preise oder Content.

Internationalisierung

Für den Bereich Internationalisierung wurden zum einen die verschiedenen Übersetzungen eingeführt und zum anderen die Preise in anderen Währungen optimiert.

Warenkorb

Mit dem neuen Rule Builder lassen sich neue Preise definieren, welche durch die Internationalisierung noch komplexer geworden sind. Aus diesem Grund wurde der Warenkorb flexibler gestaltet, zum Beispiel in Bezug auf Schwellenpreise in verschiedenen Währungen. Zudem wurde bei der Optimierung des Warenkorbs auch die Performance und die Auswirkungen des Warenkorbs auf die Datenbank bedacht. Die Lese- und Schreibvorgänge wurden reduziert.

Erlebniswelten

Mit dem Tool "Erlebniswelten" können Händler ihren Content für den Onlineshop individualisieren. Beim Erstellen der Seiten können sowohl vorgefertigte Blöcke genutzt werden als auch Elemente nach den eigenen Anforderungen konfiguriert werden. Die einzelnen Blöcke sind responsive. Die erstellten Seiten können als Layout für Kategorieseiten, Produktseiten oder Landingpages genutzt werden.

Mit dem Tool

Mit dem Tool "Erlebniswelten" lassen sich einzigartige Kundenerlebnisse schaffen. Quelle: shopware.com, 2019

Shopware 6 Architektur

Shopware 6 ist als Open Source mit MIT-Lizenz verfügbar und bietet Entwicklern dadurch die Möglichkeit, an der Zukunft von Shopware mitzuarbeiten und es den an die eigenen Anforderungen anzupassen. Dem Gedanken folgend, setzt Shopware nun auf standardisierte Lösungen, um Entwicklern den Einstieg in Shopware 6 zu vereinfachen. Shopware 6 setzt auf das PHP-Framework Symfony und Bootstrap als CSS-Storefront-Framework. Die Administration basiert auf dem JavaScript Framework Vue.js, damit wechselt Shopware 6 von Ext JS zu Vue JS.

Shopware Core

Der Shopware Core ist in drei große Bereiche strukturiert: eCommerce, Framework und Konfiguration. Zu dem Bereich eCommerce gehören die Module System, Content und Checkout.

Core Struktur bei Shopware 6

Core Struktur bei Shopware 6 mit den drei Komponenten eCommerce, Framework und Konfiguration, Quelle: docs.shopware.com

Das System hält die essenziellen Daten zum Aufbereiten des Checkouts und Contents bereit und basiert auf dem Framework. Das Framework ermöglicht den Bereich eCommerce auf technischer Ebene für relationales Datenhandling, Internationalisierung, Routing und die allgemeine Rest-API.

Die gesamte Struktur des Shopware 6 Cores folgt dem Prinzip "Domain First". Das bedeutet, dass es keine globalen Modell- oder Controllerverzeichnisse gibt, sondern Domänenkonzepte als Bereich eines Moduls. Die Module wiederum beinhalten verschiedene technische Layer.

Data Abstraction Layer (DAL)

Neu ist die Schicht zwischen dem Datenbankspeicher und der Anwendung, der sogenannten Data Abstract Layer (DAL). Dieser Layer übernimmt die Datenvorgänge Lesen, Schreiben, Suchen und Aggregationen. Damit werden benutzerdefinierte SQL-Abfragen unnötig. Der DAL kann außerdem die Synchronisierung verschiedener Speicher übernehmen, wie etwa MySQL, Redis, Elasticsearch. Damit werden neben dem Hauptspeicher auch immer die anderen Speicher mit aktualisiert.

DAL

So lässt sich die Produkthersteller-Entität mit verschiedenen übersetzbaren Feldern und Bezügen zu beispielsweise Medien und Produkten definieren. Quelle: Shopware.com.

Repository Struktur

Shopware 6 besteht aus multiplen Repositorys. Von größter Bedeutung sind dabei das Mono-Repository "shopware/platform" und "shopware/development". In "shopware/platform" wird der Core entwickelt. Das Repository wird als Abhängigkeit zu Projekten benötigt. Damit lassen sich einfach Änderungen an allen Modulen vornehmen für die Stabilität. Mit dem Repository "shopware/development" wird der eigene Webserver mit der Plattform verbunden und es lassen sich eigene Themes und Plugins entwickeln.

Auf Shopware 6 wechseln?

Im Vergleich zu Shopware 5 bietet Shopware 6 zahlreiche neue Features und Optimierungen. Die Arbeit für Entwickler wird dank der standardisierten Technologien vereinfacht. Die Performance wurde optimiert. Ein weiterer Vorteil von Shopware 6 sind die neuen Erlebniswelten, die zu einzigartigen Kundenerlebnissen führen können. Shopware 6 bietet Händlern, Entwicklern und letztlich auch den Shopbesuchern viele Vorteile. Dies sind viele positive Gründe, warum Shopbetreiber einen Wechsel anstreben könnten.

Aktuell steht nur die "Early Access"-Version zum Download bereit, die sich als Testversion eignet, allerdings noch nicht für den produktiven Shop. Für den produktiven Betrieb wird im Dezember 2019 Shopware 6.1 veröffentlicht und damit die "Early Access"-Phase für Entwickler beendet. Mit Shopware 6.1 werden zahlreiche Verbesserungen einfließen aus den Erkenntnissen der zweiten Jahreshälfte 2019. Diese Version soll die Fehlerkorrekturen enthalten und stabil laufen.

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