Das Ende von Flash – Mozilla unterstützt den Player ab Herbst nicht mehr

AllgemeinSoftware
Manuela Mörmel

Ab September wollen die Entwickler von Mozilla das Flash-Plugin nicht mehr unterstützen. Damit wird Flash-Content den Firefox-Nutzern bereits vor dem offiziellen EOL von Flash im Jahr 2020 nicht mehr angezeigt. Webseiten und Onlineshops, die noch den Flash-Player eingebunden haben, sollten auf Alternativen umsteigen.

Mehr Sicherheit für Firefox

Der Flash-Player von Adobe ist bereits seit langem als Sicherheitsschwachstelle bekannt. Er eröffnet einen großen Raum für Angriffe, da er als Plugin im Browser weniger eingeschränkt ist als z.B. JavaScript und zudem auf fast jedem Browser installiert ist. In den vergangenen Jahren musste er immer wegen kritischer Sicherheitslücken aktualisiert werden.

Aus diesem Grund wurde die Verwendung des Flash-Plugins bereits öfters eingeschränkt (z.B. mit Click-to-Play, also der Aktivierung des Plugins erst nach einem Bestätigungsklick). Im Herbst deaktiviert Firefox mit der Nightly-Version von Firefox 69 das Flash-Plugin vollständig. Die Veröffentlichung dieser Version für alle Benutzer ist für Anfang September geplant.

Googles Chrome und Flash

Auch Google hat bereits im letzten Jahr angekündigt, dass das Flash-Plugin mit der Einstellung des Adobe Supports für seinen Flash-Player ab 2020 nicht mehr unterstützt wird. Im Browser Chrome ist eine explizite Bestätigung für das Ausführen von Flash-Inhalten notwendig.

Was bedeutet das für Webseiten und Onlineshops?

Inhalte, die über das Flash-Plugin auf Webseiten oder in Shops eingebunden sind, wie etwa Produktvideos oder 3D-Bilder, werden den Nutzern von Mozilla Firefox nicht mehr angezeigt. Die Nutzer des Browsers werden auch nicht darüber informiert, dass die Seite Flash-Inhalte enthält und sie werden somit auch nicht aufgefordert, die Flash-Inhalte zu aktivieren. Dadurch sind Flash-Inhalte zukünftig für diese Nutzer unsichtbar.

Bis zum Jahresende 2020 soll es aber in den Einstellungen noch die Option geben, den Flash-Player für bestimmte Seiten zu aktivieren. Ab dann wird auch diese Funktion ebenfalls gestrichen, denn Adobe stellt den Support für seinen Flash-Player als veraltete Technologie endgültig ein.

Für die Betreiber von Webseiten und Onlineshops mit Flash-Inhalten bedeutet das, dass ihr Content sich nicht mehr vollständig anzeigen lässt. Dies kann zu einer Reduzierung der Conversion führen. Daher ist es empfehlenswert langfristig auf offene Standards zusetzen, die keine Installation von Plugins voraussetzen.

Alternativen zum Flash-Player

Alternativen zu dem SWF-Player Flash gibt es ausreichend, dazu zählen unter anderem die beiden Open Source Lösungen „Lightspark“ und „GNU Gnash“ für Linux Distributionen. Bei diesen alternativen Playern muss der Besucher des Onlineshops oder der Webseite allerdings wie beim herkömmlichen Flash-Player auch Plugins installieren, um die Flash-Inhalte betrachten zu können. Um diese Umstände zu vermeiden, gibt es bereits offene Standards wie HTML 5, WebGL oder WebAssembly.

HTML 5

Mit HTML 5 ist es möglich, dass aktuelle Browser Videos ohne ein Plugin abspielen. Dazu zählen Firefox, Opera, Windows Edge, Chrome und Safari. YouTube setzt beispielsweise nur auf HTML 5. Ein Vorteil von HTML 5 ist außerdem, dass es auch für mobile Endgeräte verfügbar ist.

Mozilla Firefox arbeitet an der Flash-Alternative Shumway. Sie beruht auf HTML 5 und kann sogar alte Flash-Videos wiedergeben. In den Firefox Nightly Versionen soll Shumway enthalten sein.

WebGL

Für die Darstellung von 3D-Objekten mit Interaktionsmöglichkeit (z.B. drehbare 3D-Produktansicht) kann man WebGL (Web Graphics Library) verwenden. Es handelt sich dabei um eine Schnittstelle zur Darstellung von grafischen Elementen im Browser. Mithilfe eines JavaScript-Framework wie z.B. Three.js, lassen sich auch komplexe 3D-Objekte oder Szenen im Browser darstellen.

WebGL kann auf die Hardwarebeschleunigung der Geräte zugreifen, wodurch es energiesparend und schnell ist.

WebAssembly

WebAssembly erlaubt das Ausführen von vorkompilierten Programmteilen im Browser, die ergänzend zu JavaScript laufen und dessen Performance-Schwächen in Bezug auf 3D-Rendering, Videos, Games und Musik ausgleichen können. WebAssembly ist keine eigene Sprache, sondern ein Bytecode für Browser (WASM). Ein Compiler übersetzt die Hochsprachen C, C++, Rust, Java oder .NET zu WebAssembly.

Dies hat den Vorteil, dass WebAssembly hoch performant ist und komplexe Programmfunktionen im Browser ermöglichen kann.

Fazit

Das EOL von Flash rückt immer näher und ab September zeigt Mozilla Firefox Flash-Inhalte nicht mehr an. Aus diesem Grund ist es Betreibern von Webseiten und Onlineshops, die nach wie vor Flash-Inhalte auf ihren Seiten darstellen, zu empfehlen auf die offenen Standards zu wechseln. Dazu gehören HTML 5 und bei komplexen Bildinhalten (3D, VR, interaktive Inhalte, etc.) WebAssembly und WebGL.

Diese Technologien bringen die Vorteile für den Endbenutzer mit, dass dieser nicht explizit Plugins installieren muss, sondern alle Inhalte nativ über den Browser erlebt. Komplexe Bildinhalte verlangsamen die Webseiten und Onlineshops auch bei HTML 5 und können mit WebAssembly oder WebGL performant dargestellt werden. Mit den neuen Technologien können die Absprungraten durch die erhöhte Performance reduziert werden.

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