Hitzewelle: Warum nicht nur Server eine Klimaanlage brauchen

Allgemein
Manuela Mörmel

Puh, ist das heiß. Die Hitzewelle in diesem Jahr macht vielen Menschen zu schaffen, sowohl privat als auch im Büro. Viele Unternehmen verzichten allerdings noch auf eine Klimaanlage. Sind Klimaanlagen denn tatsächlich ein Luxusgut oder eine sinnvolle Investition bei den Klimaveränderungen?

So deutlich wie in diesem Jahr mussten wir die Klimaveränderung bisher noch nicht spüren. Regelmäßig steigt das Thermometer über die 30-Grad-Marke. Die Innenräume heizen sich auf.

Klimaanlagen oder Kühlsysteme sind für empfindliche Elektronik, wie etwa unsere Server, obligatorisch. Bereits ab einer Innentemperatur von 33 °C kann die Funktionalität und Zuverlässigkeit der Elektronik eingeschränkt werden. Undenkbar wäre der wirtschaftliche Schaden bei einem Ausfall. Insofern sind unsere Serverräume gleich mehrfach gesichert, durch redundante Kühlsysteme und Klimaanlagen.

Wie wirken sich hohe Temperaturen auf den Menschen aus?

Die Körpertemperatur liegt im Ruhezustand bei 37 °C und kann sich bei körperlicher Anstrengung auf 39 °C erhöhen. Die Regulierung unserer Körperwärme erfolgt zum einen durch Konvektion, wodurch die Wärme an die umgebende, kühlere Umwelt abgegeben wird. Zum anderen kühlt sich der Körper durch Respiration und Transpiration ab, wobei die Wärme durch Atmung und Schweiß ausgeleitet wird.

Bei hohen Außentemperaturen funktioniert die Konvektion nur bedingt, da der Körper die Wärme nur schlecht abgeben kann. Der Körper muss nun vermehrt auf die Respiration und Transpiration zurückgreifen, um die Körpertemperatur zu regulieren. Bleibt der Mensch über einen längeren Zeitraum in der warmen Außentemperatur, verliert der Körper Flüssigkeit und Mineralien. Die Produktivität und Konzentrationsfähigkeit sinken.

Eine Gefährdung der Gesundheit entsteht besonders bei anstrengender körperlicher Arbeit, z.B. Bauarbeiten in der Sonne oder intensivem Sport. Aber auch ein fehlendes Belüftungssystem im Arbeits- oder Wohnbereich führt zu einer Aufheizung der Räume und damit zu einer Gefährdung der Gesundheit durch Hitze.

Erste Anzeichen einer körperlichen Gefährdung durch Hitze sind:

  • Trockener Mund
  • Hohe Körpertemperatur (> 39 °C)
  • Starke Kopfschmerzen
  • Kreislaufprobleme
  • Erschöpfungs- und Schwächegefühl
  • Unruhegefühl, leichte Aggressivität
  • Erbrechen
  • Bewusstseinstrübung, Bewusstlosigkeit

Was müssen Arbeitgeber bei Hitze beachten?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gibt zum Arbeitnehmerschutz bei hohen Temperaturen klare Regelungen vor. Die Innenluft soll im Regelfall eine Temperatur von 26 °C nicht übersteigen. Für Beschäftigte mit einer sitzenden und leichten Tätigkeit ist eine Raumtemperatur von 23 bis 26 °C optimal. Wird die Innenluft wärmer, kann die Produktivität laut Umweltbundesamt um 3 bis 12 % abnehmen.

In der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättVO) heißt es in der Arbeitsschutzrichtlinie ASR A3.5: Wenn sich ein Büro oder eine Werkstatt auf 26 Grad aufheizt, sollen Arbeitgeber „zusätzliche Maßnahmen“ ergreifen, um eine weitere Aufheizung zu verhindern. Ab 30 °C muss ein Arbeitgeber wirksame Maßnahmen gegen die hohen Temperaturen ergreifen. Laut den Arbeitsschutzrichtlinien ASR A3.5 (S. 6) gehören dazu:

  • Jalousien
  • Arbeitszeit verlagern in die kühleren Morgenstunden
  • Bekleidungsregeln lockern
  • Trinkwasser bereitstellen
  • in den frühen Morgenstunden lüften
  • Nachtkühlung nutzen
  • elektrische Geräte nur bei Bedarf nutzen
  • Arbeitstag verkürzen
  • mobile Kühlgeräte
  • Klimaanlagen

„Wird die Lufttemperatur im Raum von +35 °C überschritten, so ist der Raum für die Zeit der Überschreitung ohne technische Maßnahmen (z. B. Luftduschen, Wasserschleier), organisatorische Maßnahmen (z. B. Entwärmungsphasen) oder persönliche Schutzausrüstungen (z. B. Hitzeschutzkleidung), wie bei Hitzearbeit, nicht als Arbeitsraum geeignet.“ (Quelle: Arbeitsschutzrichtlinien ASR A3.5, S. 7).

Besonders müssen Schwangere, stillende Mütter und Mitarbeiter mit gesundheitlichen Problemen (Attest) geschützt werden. Diese Personen dürfen bestimmte Raumtemperaturen verlangen. Sollte der Arbeitgeber diese Raumtemperaturen nicht einhalten können, können sie eine Freistellung von der Arbeit verlangen. Sonst droht eine Gesundheitsgefahr.

Was sollten Mitarbeiter bei hohen Temperaturen beachten?

Auch der Arbeitnehmer hat Verpflichtungen bei hohen Temperaturen. Ein Mitarbeiter kann sich beispielsweise nicht einfach selbst hitzefrei geben und seinen Arbeitsplatz verlassen. Bei hohen Temperaturen ist er dazu verpflichtet, seinem Arbeitgeber die Möglichkeit einzuräumen, die Bedingungen am Arbeitsplatz zu optimieren. Falls die Bedingungen sich nicht so einfach ändern lassen, kann der Arbeitnehmer auch einen alternativen Arbeitsort vorschlagen, wie etwa Homeoffice.

Des Weiteren haben wir noch ein paar Tipps zusammengestellt, die bei hohen Temperaturen die Gesundheit fördern.

Tipp 1: Viel Trinken

Das A und O bei heißen Temperaturen: viel Trinken. Bei normalen Temperaturen sind Mengen von 1,5 bis 2 Liter Wasser am Tag ausreichend. Bei hohen Temperaturen werden sogar 3 Liter Wasser empfohlen. Durch Transpiration geht aber nicht nur Flüssigkeit verloren, sondern auch verschiedene Mineralien. Deshalb empfiehlt es sich, zwischendurch auch mineralhaltige Getränke zu sich zu nehmen, wie etwa Saftschorlen, isotonische Getränke, Tees, Suppen oder Brühe.

Tipp 2: leichter essen

Optimal sind mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt. Besonders gut verträglich und nahrhaft sind bei diesen Temperaturen Gemüsepfannen, Salate oder Obst.

Tipp 3: Koffein und Alkohol meiden

Koffein und Alkohol entziehen dem Körper Flüssigkeit. Aus diesem Grund empfiehlt es sich den Genuss von koffeinhaltigen Getränken und Alkohol auf ein Minimum zu reduzieren.

Tipp 4: Klimaanlage nicht zu kalt einstellen

Wenn der Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innentemperatur zu hoch ist, droht eine Erkältung. Laut TÜV sollte der Unterschied maximal sechs Grad betragen.

Warum wir bei maxcluster Klimaanlagen installiert haben

Wir haben das große Glück, unsere Büros im Frühjahr 2017 in einem Neubau bezogen zu haben. Über zwei Etagen erstrecken sich unsere 850 m² Büroräume. Bereits bei der Planung des neuen Gebäudes und unserer Flächen, haben wir uns für moderne Klimaanlagen entschieden. Uns waren noch die heißen Sommerzeiten im vorherigen Gebäude bestens bekannt, als wir keine Klimaanlagen hatten.

Aus eigener Erfahrung können wir bestätigen, dass die Konzentration ab Temperaturen im Büro von ca. 25 °C nachlässt. Unser Team fühlte sich unbehaglich, schläfrig und nicht zu 100 % einsatzbereit. Für ein Hostingunternehmen, das bei Kundenproblemen schnell und konzentriert rund um die Uhr eingreifen muss, einfach undenkbar. Deshalb ließen wir uns nach kurzer Zeit bereits im vorherigen Bürogebäude Splitgeräte zur Kühlung nachinstallieren.

Im neuen Bürogebäude haben wir uns bewusst für eine moderne Klimaanlage mit Frischluftzufuhr entschieden. Das Praktische: Diese Anlage erkennt Personen im Raum und passt den Luftstrom dynamisch an. Die Temperatur kann in jedem Büro individuell eingestellt und manuell aktiviert werden. Dadurch wird verhindert, dass Personen krank werden. Diese Lösung hatten wir im alten Büro nicht und hatten dadurch zwei Krankheitsfälle von jeweils einer Woche.

Unsere Investitionsentscheidung

Die Investitionsentscheidung in eine moderne Klimaanlage hat uns 62.000 € gekostet. Zusätzlich kommen ungefähr 6.000 € laufende Kosten für Strom und Wartung pro Jahr dazu. Im ersten Moment hört sich die Summe allerdings sehr viel für 850 m² an. Allerdings: Wenn wir Investitionsentscheidungen treffen, machen wir in der Regel eine Return-on-Investment-Rechnung (ROI) und berücksichtigen die Gesamtkosten (TCO).

In den letzten Jahren lief die Klimaanlage mindestens an 35 Arbeitstagen per anno. In diesem Jahr werden es aufgrund der Hitzewelle voraussichtlich 60 Arbeitstage sein, obwohl wir in einem Niedrigenergiebüro mit Aktivbelüftung arbeiten. Wir sind überzeugt, dass wir bereits in diesem Jahr im Durchschnitt an 35 Tagen ungefähr 10% mehr Output an Arbeitsleistung erhalten haben als es ohne eine Klimaanlage möglich gewesen wäre. Zusätzlich sind wir durch die kühlen Räume konzentrierter und vermeiden Fehler in der täglichen Arbeit. Bei unseren Personalkosten hat sich die Klimaanlage dadurch bereits nach 2 bis 3 Jahren rentiert.

Anhand dieser Wirtschaftlichkeitsberechnung lässt sich eine solche Entscheidung auch für andere Unternehmen wesentlich einfacher treffen.

Weitere Faktoren

Für unsere Investitionsentscheidung waren allerdings noch weitere Faktoren wichtig, die sich schwieriger messen lassen. Allerdings bestätigen unsere Erfahrungswerte:

Unsere Kollegen kommen zufriedener zur Arbeit. Manche Kollegen arbeiten sogar länger, um der Hitze aus dem Weg zu gehen. Manche Kollegen würden am liebsten sogar im Büro schlafen. 😀 Wir gehen ohne Kopfschmerzen nach Hause und gehen motivierter zur Arbeit.

Für unsere Arbeit an sich bringt uns die Kühlung also klare Vorteile. Unser Team bleibt konzentriert. Bei einem Rund-um-die-Uhr-Betrieb ist das auch essenziell. Unser Service Team muss stets konzentriert sein, um beispielsweise bei Problemen schnell unterstützen zu können, ohne Fehler zu machen.

Unser Team ist jedenfalls glücklich und dankbar und auch unsere Kunden profitieren von der Produktivität. Kurzum: ein Plädoyer für gute Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz.

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